Kolumne „Eckpfeiler“, erschienen im Malerblatt …

Reine betriebswirtschaftliche Größen wie zum Beispiel Gewinnmaximierung, Umsatzsteigerung, höhere Produktivität sind in unserer Gesellschaft nicht länger haltbar. Wer glaubt, dass das die wesentlichen und einzigen Maßstäbe einer erfolgreichen Unternehmensführung sind, sollte spätestens jetzt ins Grübeln kommen!

Selbst der Papst hat in seiner aktuellen Sozial-Enzyklika einen neuen Wertekanon für die Geschäftswelt eingefordert. An anderer Stelle wird von unerträglicher Gier und vom Werteverfall berichtet. Das Prinzip: „Höher, schneller, weiter“ hat offenbar ausgedient.

Aber worum geht’s eigentlich genau? Ganz einfach. Um den Mensch im Unternehmen und den Umgang der Menschen im Unternehmen miteinander! Selbstverständlich auch um den Umgang mit Geschäftspartnern. Um Vertrauen, Wertschätzung und Anerkennung! Darum geht´s.

Wer das in seinem Betrieb lebt und praktiziert, wird sicher hochmotivierte Mitarbeiter in seinen Reihen haben. Das Resultat wird ein profitabler Betrieb sein. Mit oder ohne Arbeitspakete oder sonstigen Vorgaben – das wird dann keine wirklich wichtige Rolle mehr spielen.

Nicht Rivalität, Egoismus und Materialismus sollten gefördert werden, sondern Kooperation, Selbstbestimmung und Verantwortung. Das könnte zum Prinzip wirtschaftlichen Handelns und zum Kriterium für Leistung und Erfolg werden.

Und was kann der Unternehmer tun? Er selber kann optimale Bedingungen schaffen, damit sich seine Mitarbeiter entsprechend entfalten können und so dann „echte Werte“ entstehen.

Was die Zukunftsszenarien zur Wirtschaftskrise angeht, übertrumpfen sich augenblicklich die Chefvolkswirte ohnegleichen mit Horrormeldungen.

Auch wenn unsere Branche bisher weitestgehend verschont geblieben ist, steht  das Unternehmertum in Krisenzeiten und sicher auch der Chef/in eines Malerbetriebes mehr den je im Fokus der Öffentlichkeit. Werden dort auch Leute entlassen? Ob die Löhne wohl bezahlt werden? Dies wird der Eine oder Andere wissen wollen.

Gleiches gilt für Geschäftspartner wie beispielsweise den Lieferanten. Werden die Zahlungsziele eingehalten? Wird überhaupt bezahlt?

Auch die eigenen Mitarbeiter werden sich fragen: Steht die Firma auch in Krisenzeiten hinter uns? Wie geht’s bei uns weiter? Sind wir überhaupt von der Wirtschaftskrise, von der alle sprechen, betroffen?

Aber vor allen Dingen die Öffentlichkeit!
Sie werden gerade jetzt von der Gesellschaft (Kunden) und der Öffentlichkeit mit Argusaugen beobachtet und auf Ihre sozial- und gesellschaftsverträgliche Vorgehensweise begutachtet.

Jetzt bitte nicht unnötig Porzellan zerschlagen!
Bedenken Sie, dass reflexhafte Entlassungen und einseitig nicht abgesprochene Veränderungen Gift für jede Beziehung sind. Wenn sie die Werte der Menschen verletzten, egal ob Mitarbeiter, Kunden, Geschäftspartner oder Öffentlichkeit, zieht dies unweigerlich immaterielle Schäden mit sich.

Gerade deswegen ist jetzt der richtige Zeitpunkt Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit und Loyalität zu zeigen.

In Krisenzeiten Profil zeigen!

Wenn von „den neuen Medien“ die Rede ist, dann Linie das Internet gemeint. Was beinhaltet eigentlich Internet? Das Internet ist äußerst facettenreich und einmalige Möglichkeiten, Geschäftsprozesse, und auch Maler- bzw. Handwerksbetriebes, zu optimieren. eigene Betrieb mit seinen Vorzügen im Netz präsentiert werden.

Der Endverbraucher nutzt mittlerweile schon erheblichen Teil das Internet als erste Informationsquelle der Handwerkersuche. Dabei ist die professionelle Darstellung, die über Visitenkartenniveau hinaus geht, ein Muss.

Ein Clou: Produktinformationen nahezu aller Materialanbieter können problemlos verwaltet und abgerufen werden. Das heißt, es können Produktgruppen, Eigenschaften, technische Merkblätter, Preise – wenn es sich anbietet, gewerkeweise – hinterlegt werden. Die Materialbestellung kann ebenso über das Internet ausgelöst werden. zu jeder Uhrzeit. Ferner können betriebsinterne Wochenzettel, baustellen-bezogener Materialabruf Baustellen-Controlling übers Netz verwaltet werden. Allerdings: so genannte „Unterbietungs-Plattformen“ Vorsicht zu genießen. Hier gibt es offensichtlich keine Steuern und Sozialabgaben zu leisten haben. lassen sich die dortigen Preisstrukturen erklären, einen Fachbetrieb total abwegig sein dürften. Achten einfach darauf, dass bei den Anmeldekriterien auf Handwerkskammer- Eintrag oder Gewerbeanmeldung Wert Voraussetzung für all dies ist, dass auch die Mitarbeiter Internet-Technologie in ihre Arbeitsweise integrieren. wenn der Mensch streikt, streikt auch die Technik. November letzten Jahres diskutierten die Vereinten über die Nutzung des Internets. Die Stuttgarter schrieb dazu: „…das Internet wird immer tiefer berufliches wie privates Leben eindringen, weil es schneller kostengünstiger als andere Kommunikationstechniken Das ist eine große Chance für alle diejenigen, die können, und eine große Gefahr für jene, die keinen haben.“

Also, verschaffen Sie sich Zugang!

Es wimmelt mittlerweile von Kooperationen. Kooperation hier, Kooperation da. Doch was soll ein Zusammenschluss bewirken? Synergieeffekte sollen erzielt werden – das heißt, optimierte Marktbearbeitung, mehr Kunden, gesteigerte Umsätze, höhere Rendite. Daher die Frage: welche Kooperationsformen gibt es, und welche davon eignet sich für meinen Betrieb? Einige interessante Modelle sind Bieter- und Arbeitsgemeinschaften, die sich aus einem Gewerke-Zusammenschluss bilden. Beispielsweise bilden fünf Malerbetriebe mit einer Betriebsgröße von ein bis fünf Mitarbeitern für ein bestimmtes Projekt eine ARGE und haben so die Möglichkeit, auch an die großen Fische ran zu kommen. Dies gilt natürlich auch Gewerke übergreifend.

Weiterhin können über Einkaufskooperationen die Konditionen erheblich optimiert werden. Dies bietet sich insbesondere bei Standardprodukten an. Ein Verbund von Handwerk und Hochschule oder Handwerk und Industrie zur Entwicklung innovativer Produkte oder Abläufe ist eine Forschungs-Kooperation, die die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit im Auge hat. Bei Franchise-Systemen können Sie ein ausgereiftes Geschäftsmodell, Bekanntheitsgrad, Image sowie Know-how und den damit verbundenen Wettbewerbsvorsprung käuflich erwerben.

Aber auch Vertriebsgemeinschaften, sowohl regional als auch überregional, machen Sinn. Hier können vorhandene Kundenstrukturen genutzt werden, und im Gegenzug kann der Handel sich neue Märkte erschließen. Vielleicht haben Sie aber auch eine ganz bestimmte Kooperationsform im Kopf. Sprechen Sie die möglichen Partner an. So kann festgestellt werden, ob es sinnvoll ist, irgendwo einzusteigen oder etwas ganz Neues auf den Weg zu bringen. Kooperationen kann ich Ihnen sehr empfehlen. Finden Sie für sich die richtige und auf Sie zugeschnittene Kooperationsform! Wenn eine Kooperation von allen Beteiligten gelebt wird und jeder die Regeln befolgt, funktioniert sie, bringt den erwünschten Wettbewerbsvorsprung und eine Menge Vorteile für alle Beteiligten.

Damit die heutigen Marktpreise im Malerhandwerk noch profitabel gestaltet werden können, ist es unbedingt erforderlich, dass der Malerbetrieb sich modernster und effektivster Technologien bedient. Durch den Einsatz von Profitechnologien kann der Malerfachbetrieb sich gleichsam von einer Heerschar von Möchtegern-Fachbetrieben und Baumarkthandwerkern deutlich abheben. Das so genannte nebelfreie Spritzverfahren einzusetzen bei Fassadenbeschichtungen, kann hier Profitum dokumentieren. Die herkömmliche Vorgehensweise mit Pinsel und Rolle ist von gestern. Hier ist es gelungen, den Spritznebel durch besondere Farbrezeptur und durch ein speziell entwickeltes Airlessgerät nahezu zu eliminieren. Somit kann der Fassadenanstrich trotz der widrigen Marktpreise effizient sowie sauber und umweltschonend aufgetragen werden. Ebenso sind seit einiger Zeit praktische Einweg-Container aus Pappe auf den WDV-System-Baustellen zu sehen – eine rationelle Gebindeform. Logistikkosten für Rücktransporte und Kosten für Reinigungsarbeiten entfallen hier. Weitere neue Technologien im Bereich der WDVSysteme sind vorgefertigte Sockelanschluss-Elemente, die einen wärmebrückenfreien Sockelanschluss sicherstellen. Somit werden deutlich Heizkosten gespart. Neu sind auch reduzierte Dämmplatten mit verbesserter Wärmeleitzahl. Relativ neu ist auch das innovative Dämmplattenklebeverfahren aus der Dose, welches mit erheblichem Zeitvorteil verbunden ist. Und weiter, nicht zu vergessen, die Nano-Technologie. Hier sorgt eine Farbe, versetzt mit Silberpartikeln, für eine dauerhafte und gesundheitsschonende Verhinderung von Schimmelpilzen und Algenbefall. Oder Anstrichsysteme, die mit Glaskügelchen angereichert sind und speziell, auf Grund ihrer positiven Eigenschaften hinsichtlich ihrer besonderen Klimaregulierung, in der Tierhaltung und Landwirtschaft Verwendung finden. Der Endverbraucher besitzt sehr feine Antennen und ist absolut in der Lage, Profis zu erkennen. Er lässt sich natürlich bevorzugt mit diesen Experten ein. Daher zeigen Sie, dass Sie ein Profi sind und setzen Sie dann aber auch Profitechnologie ein.

Bei dem ständigen Ziel der Unternehmen, Betriebsabläufe zu optimieren, ist der Gedanke zum Outsourcing oder das Ausgliedern von Teilleistungen absolut richtig. Sicher, dabei müssen ein paar Punkte beachtet werden. Aber wenn die Strukturen erst mal eingenordet sind, werden logischerweise erhebliche Vorteile realisiert. So ist beispielsweise bei der externen Aufmaßerstellung festzustellen, dass die Abschlagsrechnungen und Schlussrechnungen, entgegen der gängigen Praxis, zeitnah bzw. nahezu unmittelbar erstellt werden. Das hat den Vorteil, dass die Geldeingänge bedeutend früher auf dem Konto zu verzeichnen sind. Die Bank wird es Ihnen danken! Ein weiteres Plus eines externen Ansprechpartners ist es, dass Spannungen aus dem Tagesgeschäft bei der Aufmaßprüfung außen vor bleiben. Bei der Erfassung, Anmeldung und Verhandlung von Nachträgen verhält es sich ähnlich. Externe Profis, die sich ausschließlich auf der Baustelle XY mit dieser Thematik befassen, haben nur ein Ziel: Nachträge. Dies hat zur Folge, dass selbst versteckte und unscheinbare Leistungen sorgfältig dokumentiert werden. Gleichsam ist es natürlich nahezu auszuschließen, das etwas vergessen wird. Eine Ausgliederung der Zwischen- und Nachkalkulation, d.h. zeitgleich zur Baustellenabwicklung Zahlenmaterial verarbeiten und auswerten, kann wichtige Erkenntnisse schon während des Projektes liefern. Beispielsweise Lohn- oder Materialmehrungen. Somit sind Gegenmaßnahmen und Reaktion noch möglich. Oftmals geht die Zwischenkalkulation im Tagesgeschäft völlig unter. Weitere Ansätze für eine externe Unterstützung bieten sich auch beim Controlling an. Stichwort: Prüfung und Interpretation der Betriebswirtschaftlichen Auswertung BWA. Oder denken Sie an die aufwändige Suche nach Personal. Bei dem entsprechenden Bedarf lohnt es sich auch hier, auf einen externen Profi zurück zu greifen. Gleichermaßen trifft dies auch aufs Ausgliedern des Fuhrund Maschinenparks zu. Von Vorteil hier ist insbesondere der Full-Service (Inspektionen, Versicherungen, usw.). Deshalb: stellen Sie Ihre Betriebsabläufe regelmäßig auf den Prüfstand. Denn eins ist klar: der Erfolg führt nur über das optimierte Tagesgeschäft.

Gegen Ende des Jahres wird resümiert. Das Resümee liefert die Basis für das anstehende Jahr. Und wenn Sie das Jahr 2006 planen, dann bitte ohne zu lamentieren. Denn Möglichkeiten, sich am Markt erfolgreich zu platzieren, gibt es genügend. Beispiele für erfolgreiche Unternehmen aus unserer Branche belegen dies …

Hier einige Ansätze, die Sie in Ihre Überlegungen für 2006 mit einbeziehen sollten. Beispielsweise Kooperationen. Denken Sie dabei an gewerkeübergreifende Zusammenschlüsse (alles aus einer Hand) oder, was noch kaum in Erscheinung getreten ist, einen Gewerke-Zusammenschluss, eine ARGE (Arbeitsgemeinschaft) für den Objektbereich. Dies ist insbesondere für die 20.000 Malerbetriebe mit der Betriebsgröße bis vier Mitarbeiter höchst interessant und erschließt neue Auftragspotenziale. Aber auch das Internet bietet Wege, Aufträge zu generieren. Um Gottes Willen, dabei meine ich nicht die Versteigerungen von Aufträgen à la eBay, wo am Ende ein völlig unseriöses Preisgefüge herauskommen kann! Nein, vielmehr gibt es jetzt schon ganz ausgefeilte Internet-Portale, wo Sie nicht nur Informationen zu Bauprojekten erhalten, sondern wo auch der vollständige Angebots- und Vergabe-Prozess bearbeitet werden kann. Verschaffen Sie sich eine klare Profilierung, setzen Sie sich vom Markt ab, indem Sie sich spezialisieren. Kommunizieren Sie auf allen Wegen Ihre Stärken, dann werden Sie auch als Spezialist wahrgenommen. Oder nehmen Sie Trends in Ihre Marketingaktivitäten auf. Der Wellness-Trend, der mittlerweile nahtlos in einen Gesundheits-Trend übergegangen ist, wurde durch die Industrie längst in den Fokus genommen. Denken Sie nur an Farben, die speziell für Allergiker entwickelt wurden. Aber auch Wettbewerbe, wie z.B. Fassadenwettbewerbe oder Innovationswettbewerbe, eignen sich ideal als Marketinginstrumente. Dabei ist allein die Publikation der Teilnahme schon werbewirksam. Natürlich hat jeder Unternehmer seine Vorstellungen, wie und auf welche Art er den Markt erobern will. Aber eines führt nur nach vorne: regelmäßig neue Wege prüfen und diese dann auch beschreiten. In diesem Sinne Ihnen alles Gute und erfolgreiche Geschäfte für 2006!